Dass gebaut wird, ist inzwischen so gut wie sicher. Neben dem Kleinhüninger "Stücki"-Einkaufszentrum, das bisher am weitesten fortgeschritten ist, nimmt auch das westlich des Bahnhofs von Saint-Louis geplante französische Zentrum immer deutlichere Formen an. Einen potenziellen Investor gibt es jedenfalls, möglicherweise zwei. Planen die Franzosen zusätzlich zum reinen Shoppingcenter doch noch ein Marken-Outlet renommierter Modehäuser.
Solange die Verhandlungen noch laufen, will sich beim federführenden Gemeindeverbund "Communauté de communes des trois frontières" (ComCom) niemand festlegen. Von 65 000 Quadratmetern Gesamtfläche inklusiv Parkplatzflächen ist beim Einkaufszentrum noch die Rede. Gegebenenfalls ließe man auch über 75 000 mit sich reden. Dazu kommen weitere 15 000 Quadratmeter für ein "Village des Marques", das im Stil des im Bau befindlichen Outlet-Centers im nordelsässischen Roppenheim geplant ist. Wie in dem bei Straßburg gelegenen Einkaufsdorf, so erklärt der bei der ComCom für das Projekt verantwortliche Franois Kueny, sollen auch beim Bahnhof Saint-Louis Modeartikel aus der jeweils letzten Saison als "déjà vu" zu deutlich reduzierten Preisen angeboten werden.
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Diese Konzeption käme den Wünschen des ComCom-Präsidenten Roland Igersheim entgegen, der als Erster für das Einkaufszentrum getrommelt und sich damit nicht nur Freunde gemacht hatte. Schon um einem immer weiteren Abfluss französischer Kaufkraft über die Grenzen entgegenzutreten gelte es, das Zentrum zu bauen, hatte er seinem stärksten Widersacher in puncto Einkaufszentrum, Jean Ueberschlag, gegenüber argumentiert. Der Saint-Louiser Bürgermeister hatte lange versucht, neue Zentren am Rande der Stadt zugunsten der eingesessenen Geschäfte vor Ort zu verhindern und sich auch schon quer gestellt, als die Nachbargemeinde Huningue sich bei der Palmrainbrücke noch mit einem wesentlich kleineren Projekt getragen hatte.
Mit dem "Village des Marques", das jetzt zwischen Saint-Louis und Hésingue entstehen könnte, wäre den Läden in der Innenstadt zwar auch nicht geholfen, das Elsass hätte damit aber einen Trumpf in der Hand und könnte möglicherweise auch Kunden aus Deutschland und der Schweiz über die Grenzen locken. Umso mehr fügt sich die aktuelle Diskussion über die aus Basel zu verlängernde Tramlinie in dies Projekt, verbände die von den Franzosen bevorzugte Linie 3 doch das Areal hinter dem St. Louiser Bahnhof direkt mit dem Basler Zentrum. Für das Einkaufszentrum und den Entscheid der Investoren wäre die Tram natürlich ein Plus, so François Kueny, "zwingend notwendig wäre der Anschluss aber nicht".
Vor 2013 wird dieses neue Einkaufszentrum indes kaum öffnen, erklärt der Franzose, der dem "Technoport"-Areal vorsteht, auf dem sowohl das Einkaufs- als auch das Outletzentrum entstehen sollen. Die erforderlichen Vorstudien und Genehmigungsverfahren seien langwierig und teuer. 250 000 Euro sind im Budget der ComCom allein für die Studie zur Verkehrsin-frastruktur eingestellt, die das Gebiet zwischen Bahnhof und Euro-Airport erschließen soll. Das Areal insgesamt hat jedenfalls jede Menge Potenzial. Es gehörte 2001 schon zu den Schlüsselprojekten im Entwicklungskonzept der trinationalen Agglomeration Basel, der Vorläuferin des Eurodistricts.
Quelle: www.badische-zeitung.de, 20. März 2009