Die Kritik am Walser McArthurGlen will nicht verstummen. Der Altstadtverband spricht von Riesenflop. Der Betreiber weist es zurück. Der lachende Dritte ist der Europark.
Wals. McArthurGlen bleibt der Handels-Aufreger in Salzburg. Das belegt ein WirtschaftsBlatt-Rundruf drei Monate nach Eröffnung des 135 Millionen € teuren Modetempels im Westen von Salzburg.
„Das Outletcenter ist und bleibt eine Fehlinvestition. Es schädigt den Standort Salzburg, weil es im Verein mit der Textilindustrie versucht, den Einzelhandel auszuschalten", schimpft Inga Horny, die Sprecherin des Altstadtverbands. Die unternehmergeführten Läden aber seien das Herz und ein Gästebringer jeder Stadt. Der McArthurGlen-Bau in Wals dagegen sei architektonisch minderwertig und ein Tourismusschandfleck. Horny: „Das Outlet ist in jeder Hinsicht ein Wahnsinn."
Bei McArthurGlen lässt man das freilich nicht gelten. Als neue, weitum beworbene Attraktion belebe man den Standort. „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz, wollen niemanden umbringen. Unsere Kunden schauen sich auch anderswo in Salzburg um. Für uns ist das kein Problem", meint McArthurGlen Austria-Chef Thomas Reichenauer. Er habe soeben den 95. Shop eröffnet und werde ebenso planmäßig vor Weihnachten den 500.000sten Kunden begrüßen. Reichenauer: „Wir sind zufrieden."
Zahlen-Zweifel
Altstadt-Sprecherin Horny bezweifelt das. „Die halbe Million Besucher geht sich nach unseren Beobachtungen nie aus", sagt sie. Das FOC sei in Wahrheit ein Flop. „Denn es hat sich längst herumgesprochen, dass sie Vorjahresware bei uns günstiger bekommen als dort. Die Angaben sind schlicht unseriös", kontert Horny.
Ganz anders fällt die Europark-Bilanz nach einem Vierteljahr Outletcenter-Konkurrenz aus. „Unsere Umsätze sind ungebremst gestiegen", meint Spar-Sprecherin Nicole Berkmann. McArthurGlen habe den Einzugsradius erweitert. „Einst war Rosenheim die Grenze, jetzt München."
Von Michael J. Mayr
Quelle : www.wirtschaftsblatt.at, 10.12.2009