Das Zweibrücker Fabrikverkaufszentrum bekommt ab März wieder einen eigenen Center-Leiter. Sobald das Wetter es zulässt, soll der Ausbau auf die Endausbaustufe von 21 000 Quadratmetern Verkaufsfläche beginnen. Das geplante Outlet-Center im Elsass sehen die Style Outlets nicht als Konkurrenz.
Zweibrücken. Die Erdarbeiten für die letzte genehmigte Ausbaustufe der Zweibrücker Style Outlets sind so gut wie fertig, das Grundstück ist abgezäunt. Doch der heftige Winter hat nicht nur dazu geführt, dass diesen Januar etwa 20 Prozent weniger Besucher kamen als im gleichen Vorjahresmonat - es verhindert bislang auch den Baubeginn. "Anfang März wollen wir starten", sagt Center-Chef Juan Marcos Gabás Coccoluto. Man sei aber nicht nur zuversichtlich, die Kundeneinbußen schnell wettzumachen, sondern auch, dass die 30 neuen Shops im Herbst öffnen können. "Die Vermietung läuft wunderbar", freut sich Gabás.
Während es beim "sehr hochwertigen Marken-Mix" bleibe, soll die Erweiterung auch dazu genutzt werden, "bislang relativ wenig vertretene Angebote wie Schuhe auszubauen".
Mit 130 Geschäften und einer reinen Netto-Verkaufsfläche von 21 000 Quadratmetern erreiche das Center dann die erlaubte Maximalgröße.
Doch die mit Neunkirchen vereinbarte Fünf-Jahres-Frist, sich im Gegenzug für eine Klage-Rücknahme an das Limit zu halten, ist 2009 ausgelaufen. Ist angesichts des rasanten Wachstums des Centers ein weiterer Ausbau - hierfür müsste der Bebauungsplan geändert werden - denkbar? Gabás schließt das nicht aus: "Alles kann infrage kommen. Das ist zuerst aber eine Frage der Region: Was wünscht sich die Region? Wir wollen aber erst einmal die vierte Bauphase aufmachen und dann konsolidieren, das dauert ein paar Jahre." 21 00 Quadratmeter seien "eine bedeutende und auch im europäischen Vergleich große Verkaufsfläche".
Konkurrenz durch geplante Fabrikverkaufszentren in Montabaur, Roppenheim oder Luxemburg fürchtet der Spanier nicht. Gabás: "Der Kunde entscheidet: Was ist das beste Angebot für eine Anfahrt? Je größer und besser ein Outlet ist, desto stärker ist der Besuch." Und da habe Zweibrücken mit seinen Top-Marken und als größtes Fabrikverkaufszentrum Deutschland die besten Karten.
Roppenheim im Elsass (Eröffnung Ende 2011) ist nur 100 Kilometer von Zweibrücken entfernt. Style-Outlets-Betreiber Neinver ist dort per Joint Venture mit im Boot. Gabás: "Da haben wir die Chance, die Konkurrenz selbst zu managen und Synergien zu schaffen."
Gabás konzentriert sich ab März wieder stärker auf seine übrige Arbeit bei Neinver. Seit der Übernahme Zweibrückens war er dort monatlich sechs Tage: "Es war uns sehr wichtig, das tolle Team hier kennenzulernen. Und unsere Philosophie konnte nur eine Person aus dem Head-Office vermitteln." Zum 1. März bekomme Zweibrücken einen neuen, eigenen Center-Manager.
Daniel Hechter, eine französische Top-Modemarke, eröffnet nach Merkur-Informationen einen Shop in den Style Outlets.
Zweibrücken. Die Style Outlets setzen angesichts ihres Wachstums auf eine neue Strategie, um Kunden länger in Zweibrücken zu halten: Mit Reiseveranstaltern sollen Kurzurlaubs-Pakete geschnürt werden. Marketing-Managerin Céline Diebold nennt ein Beispiel: "Wir sind dabei, mit einem Schweizer Veranstalter etwas unter dem Motto ,Shopping & Region’ aufzubauen." Center-Chef Juan Marcos Gabás Coccoluto: "Wenn uns die Tour-Operators-Strategie gelingt, profitiert davon zweifellos auch die Innenstadt." Klagen, die Style Outlets führten dort zu Ladenschließungen, versteht Gabás nicht: "Die Innenstadt ist so geblieben, wie ich sie vor einem Jahr kennengelernt habe. Und sie wird noch verbessert, wenn C&A kommt. Wir sind ein Magnet nicht nur für uns selbst, sondern auch für die Region." lf
Quelle : http://www.pfaelzischer-merkur.de, 05.02.2010