Simone Kesch: "Keine Ladenhüter mit Staubhaube"

Marketing-Managerin über Schnäppchenjäger, Waren und Einzelhändler in Roermond.

Vor acht Jahren eröffnete das McArthurGlen Designer Outlet Roermond seine Tore. Seitdem zieht es auch viele deutsche Schnäppchenjäger regelmäßig in die Niederlande. Mit der Marketing-Managerin Simone Kesch sprach Silke Elbern.

General-Anzeiger: Wem gehört eigentlich das Outlet Center Roermond?

Simone Kesch: Es zählt zur Kette McArthurGlen. Das ist Europas führender Entwickler, Eigentümer und Betreiber von Designer Outlet Villages. Das Portfolio umfasst aktuell 17 Designer Outlets in Toplagen in Europa.

GA: Können Sie Angaben zum Umsatz machen?

Kesch: Nur in Bezug auf alle Standorte. Bei 70 Millionen Kunden im Jahr 2008 lag der Einzelhandelsumsatz des Portfolios bei rund 2 Milliarden Euro.

GA: Zurück zu Roermond. Was befand sich vorher auf dem Areal?

Kesch: Das Gelände wurde früher als Kaserne von den Niederländern genutzt. Die historischen Gebäude wurden in die Architektur integriert und beherbergen Shops wie Home & Cook oder Mandarina Duck.

GA: Wie viele Kunden kommen täglich und woher?

Kesch: Im Jahr 2008 hatten wir circa drei Millionen Besucher. Im ersten Halbjahr 2009 sind die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent gestiegen. 56 Prozent der Kunden kommen aus Deutschland, vor allem aus NRW, 36 Prozent aus den Niederlanden, und sieben Prozent aus Belgien und anderen Ländern.

GA: Die Krise macht sich also nicht bemerkbar?

Kesch: Der Durchschnittsumsatz pro Kunde sinkt, aber wir konnten erfreulicherweise neue Kunden dazugewinnen.

GA: Wie lässt sich der klassische Outlet-Kunde beschreiben?

Kesch: Einen klassischen Outlet-Kunden gibt es bei uns nicht. Uns besuchen sowohl Smart-Shopper, also Schnäppchenjäger, als auch die gesamte Familie, um sich einen schönen Tag zu machen. Das Durchschnittsalter bei uns liegt bei 43 Jahren. 53 Prozent der Kunden sind Frauen, 47 Prozent sind Männer.

GA: A- oder B-Qualität: Welche Ware wird in Roermond verkauft?

Kesch: Der Großteil der Waren stammt aus Vorjahreskollektionen, Überproduktionen oder Musterkollektionen, die von den Marken direkt an den Endverbraucher verkauft werden. Nur ein ganz geringer Teil der im Center angeboten Waren stammen aus B-Produktionen. Es gibt nur einige wenige Marken, die extra für die Outlets produzieren. Was Besucher im Designer Outlet Roermond finden, sind keine Ladenhüter mit Staubhaube. Da einige Modemarken nicht nur zwei Kollektionen jährlich in die Läden bringen, sondern vier oder mehr, sind die Angebote im McArthurGlen Designer Outlet up to date!

GA: Haben die Geschäftsleute in der Altstadt Sie vor acht Jahren mit offenen Armen empfangen?

Kesch: Zugegebenermaßen gab es anfänglich Proteste und Widerstand vom Einzelhandel aus der nahegelegenen Innenstadt. Durch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt hat sich das im Laufe der Jahre jedoch geändert. Da das Center nicht alle Warengruppen verkauft, tangiert es verschiedene Bereiche gar nicht. Außerdem muss die Stadt jeden neuen Shop bei uns genehmigen. Man könnte sogar sagen, dass das Outlet der Innenstadt eher zuträglich ist, da viele anschließend die historische Altstadt besuchen und auch dort für Umsatz sorgen. Zur Person Simone Kesch arbeitet seit August 2005 im Designer Outlet Roermond als Marketing-Managerin. Die Düsseldorferin (38) studierte Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Kommunikation.

Quelle : www.general-anzeiger-bonn.de, 09.11.2009

 

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