Im Spätsommer 2009 soll das neue Designer Outlet Center (DOC) in Wals-Himmelreich seine Pforten öffnen. Zwei Millionen Besucher werden im ersten Jahr erwartet. 1000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen. In Diskussion ist die Verkehrslösung mit Autobahnvollanschluss Siezenheim.
Der Rohbau ist fertig, der Innenausbau auf der größten privaten Baustelle Österreichs in vollem Gange. Das neue Designer Outlet Center in Wals-Himmelreich nimmt immer mehr Form an. Das zeigte auch eine Baustellenbesichtigung in der vergangenen Woche.
Bis zum Spätsommer 2009 soll alles fertig werden, wenn es nach den Plänen der Wiener Städtischen Versicherung und von Betreiber McArthurGlen geht, die in Kooperation den neuen Einkaufstempel errichten. Mehr als 140 Geschäfte auf 28.000 Quadratmeter Fläche werden reduzierte Designerware anbieten.
„Um es vorweg zu nehmen. Wir sind mit allen Genehmigungen, die wir brauchen, ausgestattet“, spielte Generaldirektor Günter Geyer (Wiener Städtische) auf die bewegte Vergangenheit des ehemaligen Airportcenters an. „Wir hatten einige Hürden zu überwinden, aber für unseren Konzern ist das ein wichtiges Projekt, in das 100 Millionen Euro investiert werden“, so Geyer weiter.
Wichtiger Impuls für den Arbeitsmarkt
Das DOC schaffe nicht nur künftig 1000 neue Arbeitsplätze, sondern beschäftige schon jetzt auf der Baustelle nicht weniger als 700 Arbeiter.
Diesen wichtigen Impuls für den Salzburger Arbeitsmarkt betonte auch Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ): „Es war richtig, dass wir im Jahr 2004 gesagt haben, wir wollen ermöglichen und nicht verhindern. Die rund 1000 neuen Arbeitsplätze betreffen nicht nur den Handel.“ Wichtig sei das Outlet Center auch für den Tourismus in Salzburg. Davon könne auch die Altstadt profitieren, ist Burgstaller überzeugt.
Gary Bond, Europa-Verantwortlicher von McArthurGlen, erwartet im ersten Jahr zwei Millionen Besucher – das sind etwa 6500 pro Tag. „Im Folgejahr rechnen wir mit einem Wachstum von 15 Prozent“, so Bond, der sich keine Sorgen wegen der gegenwärtigen Wirtschaftslage macht. „Wir kommen zu eine optimalen Zeit auf den Markt. Outletcenter werden antizyklisch besucht.“ McArthurGlen betreibt in Österreich bereits seit zehn Jahren das Outlet in Parndorf (Burgenland). Etwa 70 Prozent der dort eingemieteten Firmen hätten auch ihr Interesse am Standort Salzburg gezeigt, hat Bond keine Sorgen um die Auslastung des Standorts.
Verkehrslösung Kröbenfeldstraße?
Der Walser Bürgermeister Ludwig Bieringer (ÖVP) betonte bei der Baustellenbesichtigung: „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber wir sind froh, dass das Projekt bei uns verwirklicht wird.“ Bei der Verkehrserschließung seien die Wünsche der Gemeinde berücksichtigt worden. Es werde zu keinen größeren Verkehrsproblemen kommen. Mit einem Stau rechnet Bieringer nur in den ersten Tagen nach der Eröffnung. Aber: „Die Umleitung über die Kröbenfeldstraße zur Autobahn wird kommen. Das würde den Verkehr auf der Himmelreichkreuzung halbieren“, sagt der Walser Bürgermeister. Die Kröbenfeldstraße, die ausgebaut werden müsste, liegt allerdings auf Stadtgebiet und führt zum Autobahnanschluss Siezenheim, der nach Bieringers Vorstellungen ein Vollanschluss werden soll. Er ist überzeugt, dass es mit der Stadt Salzburg zu einer vernünftigen Lösung kommen werde. Auch der öffentliche Verkehr werde berücksichtigt. Für die Busanbindung zum Outlet Center soll die Linie 27 verlängert werden und im Zehnminutentakt verkehren. Auch die Parkplatzsituation sei ausreichend, meint Bieringer.
Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) sagt, die Kröbenfeldstraße sei auch ohne DOC zu betrachten. Der Flughafen, Pappas und die Gemeinde Wals seien schon im März mit der Bitte an ihn herangetreten, die Kröbenfeldstraße als Entlastungsstrecke auszubauen. Im Stadtratskollegium existiere eine „Wohlmeinung“ dazu, nur Verkehrsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) sei sehr skeptisch.
Schaden betont aber auch, dass die Kröbenfeldstraße auf keinen Fall als Einzellösung gesehen werden darf. Der DOC-Betreiber täte gut daran, eine Vorleistung zu erbringen, indem er mit dem Stadtbus offen über eine Buslösung verhandelt. „Wie ich gehört habe, spießt es sich da zurzeit etwas“, sagt Schaden.
Stadt will Kostenaufteilung
Auch Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP) will sich mit dem Land und der Gemeinde Wals an einen Tisch setzen. Bei den Aufschließungskosten gelte es aber das Verursacher-Prinzip im Auge zu haben. Schaden sagt dasselbe: „Wir sind bereit mitzutun, müssen – was die Kosten angeht – jedoch eine faire Lösung finden.“
Indes spricht die Salzburger Verkehrsplattform auch in Hinblick auf den Baumax-Neubau in der Innsbrucker Bundesstraße (Stadt Salzburg) von einer „inferioren Planung“ der Gemeinde Wals und des Landes.
„Die Frage stellt sich, wer vergibt eine Baugenehmigung, ohne vorher die Verkehrslösung fixiert zu haben. Jeder kleine Häuslbauer muss diese nachweisen, die Großen können es sich richten“, kritisiert der Sprecher der Verkehrsplattform Peter Haibach und verlangt einen Planungsverbund im Zentralraum Salzburg.
Quelle: http://www.salzburg.com, 6. November 2008.