Outlet-Chef setzt auf Tourismus

Am 22. April wird der Grundstein für die letzte mögliche Ausbaustufe der Zweibrücker Style Outlets gelegt. Aber auch danach sieht der neue Center-Direktor Ralf Steinebrunner noch erhebliche Wachstumschancen - durch touristische Kooperationen mit Partnern in der Region.

Von Merkur-Redakteur Lutz Fröhlich

Zweibrücken. Welche Bedeutung Touristen als Kunden für ein Outlet-Center haben, ist Ralf Steinebrunner von seiner letzten Führungsstation am Bodensee (siehe "Zur Person") bestens bekannt. Sieht der neue Chef der Zweibrücker Style-Outlets auch Chancen, den Tourismus in der Westpfalz zu fördern? Der 40-Jährige gestern im Merkur-Redaktionsgespräch: "Natürlich, das ist ein echtes Wachstumsfeld." Dieses will Steinebrunner aber nicht alleine beackern. Sondern in Kooperationen mit regionalen Partnern. Als ein Beispiel nennt Steinebrunner den benachbarten Kinderspielpark "World of Fun", der noch dieses Frühjahr eröffnen soll (wir berichteten).

Was für ihn die touristischen Highlights der Region sind, dazu will sich Steinebrunner noch nicht äußern: "Ich bin ja erst seit 14 Tagen hier. Für mich entdeckt habe ich aber schon den Rosengarten, ich wohne in der Nähe und bin gerade durch die Allee gelaufen."

Nicht nur mit regionalen Hoteliers und Freizeitattraktionen sucht Steinebrunner die Zusammenarbeit. Sondern auch mit dem Zweibrücker Einzelhandel. In Radolfzell habe das Center viel mit Einzelhändlern kooperiert - was aber auch leichter als in Zweibrücken sei, da in Radolfzell die Innenstadt näher sei.

Nach seinem ersten Eindruck von der Zweibrücker City sieht Steinebrunner seine langjährige Erfahrung in der Outlet-Branche bestätigt, dass Fabrikverkaufszentren und klassischer Einzelhandel sich nicht gegenseitig schaden: "Zweibrücken hat eine funktionierende, schöne Innenstadt, jetzt fehlen nur noch Stühle draußen in der Sonne. Die meisten Innenstädte haben eine sehr hohe Filialisierung, hier gibt es noch viele lokale Einzelhändler."

Den "nächsten Meilenstein" für die Style Outlets kündigt Steinebrunner für den 22. April an: die Grundsteinlegung für den letzten Bauabschnitt. Zu den bisher 100 Shops sollen zur Eröffnung im Oktober 30 neue hinzukommen. Damit werde die genehmigte Netto-Verkaufsfläche von 21 000 Quadratmetern (brutto 28 000) erreicht. Die Vermietung laufe so gut, "dass wir zur Eröffnung sicher alle Einheiten vermietet haben". Generell spürten Fabrikverkaufszentren Wirtschaftskrisen im Gegensatz zum klassischen Einzelhandel nicht. Um die Vermietung kümmere sich die Neinver-Zentrale in Spanien, weil es ja auch um internationale Marken gehe. Namen verrät Steinebrunner ebenso wenig wie seine Vorgänger bei Erweiterungen. Es sei aber wieder "etwas Luxuriöses und etwas Junges dabei". Diese weitere Stärkung des bewährten Marken-Mix sei "der wesentliche Punkt bei der Erweiterung, denn desto spannender wird es für die Kunden." Andererseits seien die Marken zwar "das Hauptgericht, aber dazu gehören die vielen Beilagen", verweist Steinebrunner etwa auf die vier diesen Sommer wieder geplanten After-Work-Partys. Zusätzlich hierzu würden für 2010 gerade einige neue Ideen entwickelt.

Auf die abschließende Frage nach seinen Visionen antwortet Steinebrunner noch zurückhaltend: "Für Visionen fehlen mir nach nur 14 Tagen noch viele Informationen und Menschen kennen zu lernen. Visionen lassen sich dann mit vielen Gesprächen mit Partnern erarbeiten." Auf jeden Fall aber sei aber nach Bewältigung des Ausbaus "aus visionärer Sicht gemeinsam mit der Stadt und der Region noch einiges möglich".

Zur Person

Ralf Steinebrunner wurde am 29. Juli 1969 in Karlsruhe geboren. Von 1991 bis 2001 stieg er bei Peek & Cloppenburg bis zum Abteilungsleiter auf, wurde dann Retailmanager für acht Outlet-Shops der Wolford AG in Österreich sowie 2007 Center-Manager des Seemax Factory Outlets in Radolfzell am Bodensee. Seit 1. März 2010 führt er als Management Director "Zweibrücken The Style Outlets".

Quelle : www.pfaelzischer-merkur.de, 18.03.2010

 


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